von Gaby Fierz
Bildung und VermittlungMuseum der Kulturen
"Rot zum Anfassen" ist eine Ausstellung, welche dem Bedürfnis des taktilen Erlebens Rechnung trägt. Ein Bedürfnis, das Ausstellungsbesucher/-innen generell haben. Die Erfahrung zeigt, dass andere Zugänge, die über den rein visuellen Zugang hinaus weisen, als grosse Bereicherung des Museumsbesuchs empfunden werden. Zudem tragen wir den spezifischen Anforderungen von Sehbehinderten und Blinden Rechnung und ermöglichen einen eigenständigen Besuch des Ausstellungsteils "Rot zum Anfassen". Wir tun dies auf gestalterischer wie formal-inhaltlicher Ebene. Eine Stange führt entlang der Objekte, und die Texte sind auch in Braille-Schrift zu lesen.
Die Ausstellung "Rot zum Anfassen" ermöglicht sehbehinderten und blinden Besucher/-innen einen eigenständigen Besuch der Ausstellung. Anders als bei einer speziellen Führung oder Veranstaltung, die ihnen verbal die Thematik näher bringt, steht hier das eigene Erleben und Entdecken im Zentrum. Der Ausstellungsteil kann während der ganzen Ausstellungsdauer von "Rot - Wenn eine Farbe zur Täterin wird" besucht werden und ist nicht wie eine Veranstaltung an einen Termin gebunden. In diesem Sinne ist "Rot zum Anfassen" nachhaltig und ressourcen-orientiert, ermöglicht die Ausstellung doch einen zeitlich ungebundenen individuellen Besuch.
Hinter der Idee des Ausstellungsteils "Rot zum Anfassen" steht ein demokratisches Museumsverständnis, das unter anderen David Anderson, Begründer der "British Gallery" im Victoria & Albert Museum in London im Rahmen des Konzepts der "Learning Society" (permanente Erwachsenenbildung) seit Jahren erfolgreich mit verschiedenen Communities umsetzt. Es geht dabei insbesondere um die Förderung der gesellschaftlichen Integration, indem zwar Angebote für spezifische Zielgruppen entwickelt werden, diese aber gleichzeitig integrativ und nicht ausschliessend wirken. Mit anderen Worten: Es handelt sich um Veranstaltungen oder Ausstellungsteile, die für alle attraktiv sind und den spezifischen Bedürfnissen der angestrebten Zielgruppe gerecht werden.
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