kunstmuseum basel - museum für gegenwartskunst
Ü B E R - S E T Z E N
16. August 2009
Ein Vermittlungsprojekt des Museums für Gegenwartskunst, entwickelt in Zusammenarbeit von Eveline Schüep, Marina Ribeaud (Gebärdensprachlehrerin), Katharina Rüegg (Künstlerin) und Tatjana von Toenges (Eurythmistin).
Die Ausstellung "Little Theater of Gestures" zeigt verschiedene künstlerische Positionen, welche sich in ihren Arbeiten mit dem Themenkreis Geste, Inszenierung und Theatralität auseinandersetzen.
In der Schlussveranstaltung "ÜBER-SETZEN" zur Ausstellung werden künstlerische Haltungen, Gebärdensprache und Eurythmie im Experimentierfeld Museum in verschiedenen Formaten zusammengebracht. In den Workshops, Führungen und Gesprächen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder werden diese Kommunikationsformen vermittelt, ausprobiert und reflektiert.
Die drei Ausdrucksformen Eurythmie, Performance und Gebärdensprache arbeiten stark raumbezogen und mit dem Körper. Jede Form von Artikulation beinhaltet eine Sichtweise und spezifische Wahrnehmungsform der Welt. Diese Weltsichten werden in der jeweiligen Sprache, Geste oder im künstlerischen Ausdruck sichtbar. Ziel dieses Projektes ist, verschiedene Welten zusammen zu bringen und einen Austausch zu initiieren.
Bei allen Veranstaltungen wird simultan in die Gebärdensprache übersetzt und von der Gebärdensprache ins Deutsche. In den Pausen sind die ÜbersetzerInnen für "inoffizielle" zwischen Hörenden und Nichthörenden da. Dabei ist zentral, dass alle Veranstaltungen an diesem Tag durch DolmetscherInnen in die Gebärdensprache übersetzt werden, damit die Nichthörenden genau so frei wählen können, an welchen Veranstaltungen sie teilnehmen wollen, wie die Hörenden.
Am Anfang steht eine dialogische Führung durch die Ausstellung, in der die Besucher eingeladen werden, mit ihrem Körper die Ausstellung zu ergreifen und Gesten und Gebärden auszuprobieren. Die spezifischen Kenntnisse und Wahrnehmung der Werke durch die Eurythmistin, Performerin und Gebärdensprachlehrerin fliessen in die offene Diskussion über die Werke ein.
In den Workshops können die Besucher diese drei Kommunikationsformen ausprobieren und sich vertieft mit ihnen auseinandersetzen.
Die Unterschiede und Besonderheiten der verschiedenen Ausdrucksarten und die Eigenheiten und Schwierigkeiten des Übersetzens von einer Sprache in eine andere der Schritt des Übersetzens in eine andere Welt - werden im Schlussgespräch diskutiert. Grundlage des Gesprächs, in welches das Publikum miteinbezogen wird, bildet eine experimentelle Präsentation dieser Kommunikationsformen. Ausgangspunkt der Präsentation ist eine in der Ausstellung gezeigte Arbeit des mexikanischen Künstlers Iknaki Bonillas. Die in Spanisch verfassten Tagebucheinträge seines Grossvaters sind Teil der Arbeit und liegen im Museum, zum besseren Verständnis, in englischer Übersetzung auf. Ausschnitte des Tagebuchs werden zuerst in Spanisch vorgelesen, ins Deutsche und anschliessend in die deutsche Gebärdensprache übersetzt, sowie eine eurythmistische Umsetzung der Einträge und eine Performance, die auf den Text Bezug nimmt, aufgeführt.
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